Der Ellenbogen ist ein hochkomplexes Gelenk: Drei Knochen, zahlreiche Muskeln, Sehnen und Bänder arbeiten präzise zusammen, damit wir den Arm beugen, strecken und drehen können. Im Alltag ist das Ellenbogengelenk ständig im Einsatz – sei es beim Heben, Tragen, Tippen oder beim Drehen der Hand. Gleichzeitig ist es empfindlich gegenüber Überlastung und Fehlhaltungen. Besonders im mittleren und höheren Alter treten Beschwerden häufiger auf, da Gewebe an Elastizität verliert und alltägliche Belastungen schneller zu Reizungen führen. Schmerzen im Ellenbogen beeinträchtigen viele Handgriffe – vom Wasserglasheben bis zum Zähneputzen – und werden dadurch besonders lästig.

Ursachen von Schmerzen im Ellenbogen
Ellenbogenschmerzen können aus dem Gelenk selbst oder aus umliegenden Strukturen stammen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis)
Reizung der Sehnenansätze an der Außenseite durch wiederholte Bewegungen wie Tippen oder Heben – trotz des Namens oft auch bei Nicht-Sportlern.
Golferellenbogen (Epicondylitis medialis)
Ähnliche Reizung, jedoch auf der Innenseite – häufig durch wiederholte Beugebewegungen oder Drehungen des Handgelenks.
Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani)
Entsteht häufig durch langes Aufstützen oder Druck – begleitet von Schwellung, Überwärmung und Spannungsgefühl.
Arthrose (Gelenkverschleiß)
Verschleiß des Knorpels durch Alter, Fehlbelastung oder frühere Verletzungen – führt zu Reibung, Steifheit und zunehmendem Schmerz.
Nervenengpass (z. B. Ulnarisrinnen-Syndrom)
Einengung des Ellennervs mit Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schmerzen im Unterarm bis in den kleinen Finger.
Typische Symptome & Warnzeichen
Ellenbogenschmerzen äußern sich unterschiedlich – je nach Ursache, Belastung und Fortschritt. Die Beschwerden treten häufig bei bestimmten Bewegungen oder alltäglichen Tätigkeiten auf und können sich im Verlauf verstärken:

Schmerzen bei Belastung
Typisch ist ein ziehender oder stechender Schmerz bei einfachen Aktivitäten wie dem Tragen von Einkaufstaschen, dem Öffnen eines Schraubverschlusses oder dem Heben einer Pfanne. Besonders betroffen sind Menschen, die beruflich oder in ihrer Freizeit viele gleichförmige Hand- und Armbewegungen ausführen.
Druckempfindlichkeit
Die Außenseite (Tennisellenbogen) oder Innenseite (Golferellenbogen) des Ellenbogens ist druckempfindlich. Bereits leichtes Anstoßen oder Auflegen kann als unangenehm empfunden werden.
Bewegungseinschränkungen
Viele Betroffene stellen fest, dass das vollständige Beugen oder Strecken des Arms zunehmend schmerzhaft oder sogar unmöglich wird. Auch Drehbewegungen – etwa beim Aufschließen einer Tür – sind erschwert.
Ausstrahlende Schmerzen
Der Schmerz kann vom Ellenbogen bis in den Unterarm oder sogar in die Hand ausstrahlen – häufig dumpf oder brennend. Das deutet auf eine Reizung der Sehnen oder der Nerven hin.
Kraftverlust
Gegenstände rutschen aus der Hand oder lassen sich nicht mehr sicher halten – etwa Tassen, Wasserflaschen oder Werkzeuge. Auch das Tragen schwerer Taschen wird deutlich beschwerlicher.
Kribbeln oder Taubheit
Bei Nervenbeteiligung – etwa durch das Ulnarisrinnen-Syndrom – berichten viele über ein „Ameisenlaufen“ oder ein Taubheitsgefühl am Unterarm und im kleinen Finger.
Schwellung und Überwärmung
Bei Entzündungen wie der Bursitis kann der Ellenbogen deutlich anschwellen, sich warm anfühlen oder gerötet sein.
So wird die Ursache festgestellt (Diagnostik)
Die Diagnose beginnt mit einem Gespräch: Seit wann bestehen die Schmerzen? Wann treten sie auf? Welche Tätigkeiten lösen sie aus? Gab es eine Überlastung oder einen Unfall?
Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung:
Dabei wird geprüft, welche Bewegungen Schmerzen verursachen, ob es Druckpunkte gibt und wie beweglich und kräftig der Arm ist. Spezifische Tests helfen, Tennis- oder Golferellenbogen von anderen Ursachen abzugrenzen.
Bildgebung:
- Ein Röntgenbild zeigt knöcherne Veränderungen, Verkalkungen oder Arthrose.
- Ein Ultraschall erkennt Entzündungen der Sehnen oder Schleimbeutel.
Bei Nervenirritationen kann eine Nervenleitgeschwindigkeit (EMG) sinnvoll sein. - Ein MRT liefert zusätzliche Informationen bei unklaren oder hartnäckigen Beschwerden.
Behandlungsmöglichkeiten– konservativ bis unterstützend
In den meisten Fällen reichen konservative Maßnahmen aus. Ziel ist es, Schmerz zu lindern, Entzündungen zu beruhigen und das Gelenk wieder belastbar zu machen:

Schonung
Belastung reduzieren, Überkopfarbeiten vermeiden, beidhändiges Tragen bevorzugen.
Physiotherapie
Kräftigung, Dehnung, Faszienarbeit und Haltungsschulung sind zentrale Elemente.
Wärme oder Kälte
Kälte bei akuten Reizzuständen, Wärme bei chronischen Verspannungen.
Schmerzmittel
Kurzzeitig entzündungshemmend wirksam – z. B. Ibuprofen oder Diclofenac.
Bandagen und Orthesen
Entlastende Ellenbogenbandagen lindern Schmerzen bei typischen Reizzuständen wie Epicondylitis.
Injektionen
Bei hartnäckigen Beschwerden kann der Arzt gezielt entzündungshemmende Mittel einsetzen.
Operation
Nur selten nötig – etwa bei fortgeschrittener Arthrose oder Nervenkompression.
Was Sie selbst tun können
Viele Ellenbogenbeschwerden entstehen im Alltag – und genau dort können Sie auch aktiv vorbeugen oder lindern:

Bewusst belasten
Vermeiden Sie einseitige Bewegungsabläufe, vor allem beim Heben, Tragen oder Arbeiten am Schreibtisch. Wechseln Sie regelmäßig die Armhaltung und gönnen Sie sich Pausen.
Arbeitsplat zergonomisch gestalten
Achten Sie bei Bildschirmarbeit auf korrekte Höhe von Tisch, Maus und Tastatur. Die Unterarme sollten locker aufliegen – ohne Zug oder Spannung im Ellenbogenbereich.
Wärme und sanfte Bewegung
Wärmekissen oder ein warmes Bad lockern verspannte Muskulatur. Pendelbewegungen des Arms (ohne Gewicht) fördern die Durchblutung und Mobilität.
Dehn- und Kräftigungsübungen
Einfache Übungen zur Dehnung der Unterarmmuskulatur (z. B. „Beten-Stellung“) oder Kräftigung mit leichtem Widerstand helfen, das Gleichgewicht der Muskeln zu verbessern.
Alltagshilfen nutzen
Ellenbogenbandagen oder Epicondylitis-Spangen können gezielt entlasten – ideal beim Kochen, Gärtnern oder bei Arbeiten im Haushalt.
Richtig tragen
Verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig auf beide Arme. Wenn möglich, nutzen Sie Taschen mit breiten Gurten oder einen kleinen Rollwagen.
Fazit
Schmerzen im Ellenbogen sind lästig – aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Mit etwas Aufmerksamkeit für die eigenen Bewegungsmuster, gezielter Entlastung im Alltag und gegebenenfalls physiotherapeutischer oder medizinischer Hilfe lässt sich die Beweglichkeit erhalten und der Schmerz deutlich lindern.
Hören Sie auf Ihren Körper – er zeigt Ihnen früh, wann Entlastung oder Unterstützung nötig ist.
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